Wanamaker war kein geborener Kaufmann. Weder sein Vater noch seine Mutter verstanden irgend etwas vom Ladengeschäft. Er fand keine Hilfe in ererbten Eigenschaften. Er war ein geborener Ziegelarbeiter, der sich selbst zum größten aller Kaufleute hinaufarbeitete.

Er hatte nur wenig Schulbildung. Mit 13 Jahren war er damit beschäftigt, Ziegel zu wenden und Schubkarren mit Lehm zu beladen. Seine zweite Stellung hatte er in einem Kleidergeschäft. Hier fand er die beiden besten Dinge, die ein Junge finden kann — die richtige Beschäftigung und einen guten Chef.

Er war so flink — so gefällig — so begeistert für seine Beschäftigung, daß Kunden, die in das Geschäft kamen, gewöhnlich fragten: »Wo ist John?« Er packte seine Arbeit an, als ob sie ein großartiger Sport wäre.

»Der ehrgeizigste Junge, den ich je gesehen habe«, sagte sein Chef von John. »Er wird einmal ein großer Kaufmann werden; er organisiert immer irgend etwas.«

Mit 21 Jahren hatte er 2000 Dollar erspart. Er begann einen eigenen kleinen Laden zu betreiben — 16 mal 80 Fuß groß. Am ersten Tage verkaufte er für etwas über 25 Dollar, und er nahm 25 Dollar davon und gab sie für Anzeigen aus. In ein paar Wochen hatte er bereits ein enormes Geschäft. Er saß nicht da und wartete, was kommen würde. Er inserierte.

Dann, mit 23 Jahren, machte er eine Erfahrung, die ihm die Augen öffnete und ihm zeigte, wie ein Laden sein müsse. Er wollte seiner Mutter eine goldene Brosche schenken. Er ging in einen Juwelierladen und wählte eine. Während der Juwelier sie einpackte, sah er im Schaufenster eine andere Brosche, die ihm besser gefiel.

»Ich glaube, ich möchte lieber diese da haben«, sagte er.

»Nein, das gibt es nicht«, schnauzte ihn der Juwelier an. »Jetzt ist es zu spät. Sie haben diese gekauft, und Sie müssen sie behalten.«

Als der junge Wanamaker das Juweliergeschäft verließ, kam ihm eine große Erleuchtung. In seiner Phantasie erblickte er ein großes Warenhaus, in dem Waren zurückgegeben und ausgetauscht werden konnten — ein Warenhaus, das von Höflichkeit erfüllt war,

ein Warenhaus, das vom Gesichtspunkte des Kunden aus betrieben werden sollte.