Er hatte seine eigene »Handels-Universität« — kein anderer Kaufmann der Welt ist je soweit gegangen.
Jeden Morgen finden Übungen für alle jungen Angestellten statt.
Ihr Körper wird flink und stark gemacht. Als Amerika in den Krieg eintrat, kamen die ersten 1500 Rekruten vollständig ausgebildet von den Wanamaker-Warenhäusern.
»Lerne, während du verdienst, damit du mehr verdienen kannst«,
das war Wanamakers Motto. Er richtete Schulen und Vorlesungen für alle erdenklichen Fächer ein. Auch gibt es da allerhand Klubs und Gesellschaften und auch — etwas in Amerika durchaus Ungewöhnliches — Pensionen für alte oder arbeitsunfähig gewordene Angestellte.
Was John Wanamaker selbst anbetrifft, so war er ein gütiger, christlicher Mann.
Er hatte keine Feinde, obwohl er sein Leben lang wegen seiner Ideale und seiner »törichten Neuerungen« verspottet wurde. Alles Kleinzeug, das sich mit rohen, schmierigen, kleinen Läden zufriedengibt, machte sich über ihn lustig. Mindestens die Hälfte aller Witze in den Vereinigten Staaten — ich glaube es sagen zu dürfen — befassen sich mit Wanamaker, Rockefeller oder Ford.
John Wanamaker war von großer Frömmigkeit. Manchmal kommt es mir vor, als ob er der letzte Christ gewesen wäre — oder der erste.
Einmal wurde ein Mädchen, das beim Stehlen betroffen wurde, in sein Bureau gebracht. Sie war störrisch, sie weigerte sich, ihren Namen zu nennen. Ein Geistlicher war im Zimmer, und Wanamaker sagte: »Kommt, laßt uns alle drei niederknien und beten.« Sie taten es. Das Mädchen brach zusammen und gestand. Sie hatte weder Eltern noch Freunde. Wanamaker gab sie zu einer gütigen Familie in Pension und gab ihr eine Anstellung in seinem Laden. »Ich verdamme dich nicht; gehe hin und sündige nicht mehr.«
Ich kann für seine Freundlichkeit persönlich Zeugnis ablegen. Vor ungefähr 20 Jahren wollte ich einmal von ihm Informationen über einen bestimmten geschäftlichen Gegenstand. Ich fand seine Bureautür weit offen. Ich ging hinein und stellte meine Fragen. Er beantwortete sie vollständig; und dann — in völlig unaufdringlicher Weise, fragte er mich, ob ich in die Kirche gehe und die Bibel studiere. In meinem ganzen Geschäftsleben ist er der einzige Mann, der je eine derartige Frage an mich gerichtet hat. Und so habe ich sie nicht vergessen.