Joseph Fels war der kleinste Mann, den ich jemals gekannt habe. Er war nicht größer als ein zwölfjähriger Junge. Aber in Verstand und Herz war er einer der größten und edelsten Menschen seiner Generation.

Er war so liebenswürdig, daß es schwer ist, über ihn zu schreiben, ohne sich fortreißen zu lassen und zuviel zu sagen. Er war ein Freundschaftsmensch, er erwarb Freunde leicht und behielt sie.

Durch Joseph Fels habe ich erfahren, wie verwerflich es war, daß man tausend Leuten gestattete, den größten Teil des englischen Grund und Bodens zu monopolisieren. Joseph Fels war ein Anhänger des Einheitssteuersystems.

Seine Überzeugung war, daß man das brachliegende Land und nicht das tätige Kapital besteuern müsse. Er war der tätigste und weitblickendste Landreformator, den England gehabt hat. Er war der Schöpfer des »Verteilungssystems«.

Wenn jemals ein Mensch bis in sein tiefstes Inneres durch menschliches Elend erschüttert worden ist, so war es Joseph Fels. Er war mehr wie eine Mutter als wie ein Mann:

ein Millionär — und trotzdem marschierte er mit den Arbeitslosen im Jahre 1905 nach dem Hyde-Park.

Er war der Freund sozialistischer Führer und des Kronprinzen von Schweden. Er saß in Oxford und in den Gewerkschaftshallen. Er war ein ernster, wohlerfahrener Mann, ohne Prahlerei, Doppelzüngigkeit oder angemaßte Würde. Er verdient ein Denkmal im Hyde-Park. Eines Tages wird er es haben — er sowohl wie Henry George und Alfred Russel Wallace, die Führer der Landreform.

Joseph Fels war in einem kleinen Landhaus in Virginia zur Welt gekommen. Sein Vater arbeitete emsig, aber nicht sehr erfolgreich. Er machte Toilettenseife.

Joseph war ein schlechter Schüler, wie die besten Jungen es gewöhnlich sind. Er liebte das tägliche Einerlei und das Auswendiglernen nicht. Mit 15 Jahren lehnte er sich auf und verweigerte es, länger in die Schule zu gehen.

Er wurde Reisender in Seife. Er sparte sein Geld und mit 22 Jahren kaufte er eine kleine Seifensiederei um 800 Dollar und wurde Fabrikant.