2. Er war ein Arbeitgeber von fünfzigtausend Arbeitern, die niemals streikten.
3. Er war ein Mann, der reich und berühmt wurde, dabei aber bis zum letzten Tag seines Lebens einfach, freundlich und nützlich blieb.
Westinghouse wurde natürlich, wie die meisten großen Männer, arm geboren. Sein Vater war ein Farmer, der gleichzeitig eine Tischlerei in einem kleinen Dorfe in den Vereinigten Staaten betrieb.
Er wurde 1846 geboren, und es ist erwähnenswert, daß ein Jahr vor seiner Geburt sein Vater sich mit der Erfindung einer Dreschmaschine befaßte. So mag es einen vorgeburtlichen Einfluß gegeben haben, der den Kleinen dazu bestimmte, ein großer Erfinder zu werden.
Als Schüler war der junge George Westinghouse hoffnungslos — wenigstens sagte der Lehrer so. Er war ein großer plumper Junge, stets bereit zu raufen, und mit einem Willen und einem Temperament, die ihn unkontrollierbar machten.
Immer war er der Letzte in seiner Klasse, und Eltern und Lehrer waren begierig, was jemals aus ihm werden würde. Wie Darwin, Edison, Clive und viele andere war er ein »häßliches Entlein«, das aufwuchs, um ein Schwan zu werden.
So oft er konnte, lief er von der Schule fort und schnitzte mit seinem Taschenmesser Maschinen aus Holz. Meist erwischte ihn sein Vater und zerbrach die Maschinen. Väter sind gewöhnlich so.
Schließlich hatte einer der Arbeiter seines Vaters Mitleid mit dem Jungen und richtete ihm auf einem Heuboden eine kleine Werkstatt ein, fern von den väterlichen Eingriffen.
Mit 14 Jahren verließ er die Schule und wurde für zwei Schilling pro Tag Arbeiter bei seinem Vater. Aber auch dieser Betrag war nach Ansicht von Westinghouse Senior noch zu viel, weil der Junge seine Zeit damit zubrachte, eine Maschine zu erfinden, welche die Arbeit an seiner Statt verrichten sollte.
»Sein einziger Wunsch ist, die Arbeit zu vermeiden«,