... So hat denn sein Roman, den er selbst einen Wiener Roman nennt, bei aller Lokalfarbe doch etwas Allgemeingültiges, ist ein menschliches Dokument, das seinen Wert behalten wird, auch wenn alle Modelle, von denen er die Einzelzüge entlehnt, längst den Weg alles Fleisches gegangen sein werden... Ein so mondänes Buch wie das Bahrsche darf man selbst denen empfehlen, die sich mit Grund vor deutschen Romanen fürchten. Eine spannende Plauderei für den Oberflächlichen, ist es ein hochrespektables Kunstwerk für den Verständigen, in Plan und Detailausführung gleich bemerkenswert, zugleich aber eine Prosaleistung, vor der man den Hut abnehmen darf.
(Neues Pester Journal)
Glossen
So manche der in der Glossensammlung besprochenen Autoren werden im Mausoleum der Literaturgeschichte vermodert, so mancher heute noch laut ausgerufene Name wird, vergessen und verschollen, selbst den Gelehrten nicht mehr geläufig sein – in dem höchst anziehenden und lehrreichen Buche des impressionistischen Dichterkritikers werden sie vor der Nachwelt ihre Auferstehung feiern.
(Die Wage, Wien)
Stimmen des Bluts
Jede dieser lässig skizzierten Erzählungen hat irgendeinen Reiz, der fasziniert. Ihre Vorwürfe sind bizarr. Die geheimnisvolle Anziehung und Abstoßung zwischen den Geschöpfen wird von einem skeptischen Weltmann mit eleganter Nachlässigkeit beplaudert. Es ist Pose in dieser Eleganz, Nachlässigkeit vor dem Photographen, aber es ist künstlerisch und niemals langweilig.
(Süddeutsche Monatshefte)
... Wer aber diese Geschichten liest, der wird eine Weile lang sonst unhörbare, nie völlig erschürfte Quellen des Lebens rauschen hören und eine Weile lang gedankenvoll Dingen nachgrübeln, die ganz abseits vom Wege unseres nüchternen Rechenverstandes liegen und die nur ein Dichter zuweilen bis an die Schwelle unseres Bewußtseins zu heben versteht.
(Pester Lloyd)