4. Die Neue Photographische Gesellschaft A.-G., Berlin-Steglitz, deutsche Vertretung für wissenschaftliche Filme: Gesellschaft für wissenschaftliche Filme und Diapositive GmbH., Berlin, Wilhelmstr. 1a, bringt außer andern naturwissenschaftlichen Filmen auch erdkundliche (allgemeine und astronomische Geographie, Aufnahmen von Meeresstürmen in der biologischen Anstalt in Helgoland unter Leitung von Prof. Dr. Berndt, aus der Folge „Aus dem Leben des Meeres“). Unter den Aufnehmenden Herr G. N. Mendel, der sich viel mit naturwissenschaftlichen Studien beschäftigt hat. „Wir halten es für angebracht, daß die Schule sich mit den Kinobesitzern in Verbindung setzt derart, daß die Kinobesitzer wöchentlich oder zweimal wöchentlich wissenschaftliche Kinovorstellungen unter Leitung der Schule zu billigern Preisen abgeben.“
Aus sonst eingelaufenen Antworten auf unsere Fragebogen ist — abgesehen von Verneinungen sämtlicher Fragen und Antwortablehnungen — hervorzuheben: eine „Klasse für sich“ sind Institute wie die „Urania“ sowie die „Treptower Sternwarte“ in Berlin, die auch die Kinematographie in den Dienst ihrer volksbildenden Tätigkeit gestellt haben. Die „Treptower Sternwarte“ (Dir. Archenhold) berichtet, trotzdem die Programme nur „belehrend“ sind, daß die Vorträge, namentlich auch die Sondervorstellungen vor Vereinen, großen Beifall finden.
Prof. Dr. Karl Sapper vom Geographischen Seminar der Universität Straßburg i. E. schreibt: „Kinematographische Vorführungen haben wir hier noch nicht gemacht, weil die Möglichkeit fehlt; ich würde sie aber in der Völkerkunde, Wirtschafts- und Verkehrsgeographie, auch physischen Erdkunde für sehr instruktiv halten (bei geeigneter Auswahl).“
In Altenburg (Sachsen-Altenburg) ist die Schulbehörde dabei, eine Sammlung erdkundlicher Filme zu beschaffen.
Die Industrielle Gesellschaft Mülhausen i. E. hat mit zufriedenstellendem Erfolge erdkundliche Filme für wissenschaftliche und populäre Vorträge benutzt, „nur ist es noch schwierig, geeignete Filme leihweise zu erhalten“.
Das Institut für Zuckerindustrie der Landwirtschaftlichen Hochschule, Berlin N 65, hat einen Film über Zuckerrübenkultur in Arbeit und besitzt Filme über Ahornzuckerfabrikation, Zuckerrohrfabrikation, Champagnerfabrikation. Die Haltbarkeit der Filme ist gut. Die Aufbewahrung findet im kühlen, feuchten Raum statt. Verliehen werden Filme und Diapositive nicht.
Manchen weitern Beitrag zum Thema sowie Nachweise usw. enthält Sellmann, „Kino und Schule“ (Lichtbühnen-Bibliothek Nr. 6); pädagogisch besser als „kinematologisch“ ist Knospe, „Der Kinematograph im Dienste der Schule“, unter besonderer Berücksichtigung des erdkundlichen Unterrichts. Manchen guten Gedanken neben manchem oberflächlichem enthalten die Schriften von Lemke, auch in dessen Zeitschrift „Lichtbildkunst“ findet sich Brauchbares; es ist aber zu beachten, daß hier überall das Bild durch geschäftliche Interessen getrübt und „einseitig koloriert“ ist. Wer in der Angelegenheit der Nutzung der Kinetographie für Schule, Wissenschaft, Volksbildung und Kinoreform auf dem laufenden bleiben will, halte sich an die ernstzunehmenden Zeitschriften „Bild und Film“, Zeitschrift für Lichtbilderei und Kinematographie, Verlag der Lichtbilderei M.Gladbach (das einzige Fachblatt, das ausschließlich von allgemeinen Gesichtspunkten ausgehend ernster Kinoreform dient), und „Film und Lichtbild“ Stuttgart, das derselben Sache ebenso ernsthaft besonders vom Interesse der Wissenschaft und Schule aus nachgeht.
Sachregister
- Abruzzen, Herzog der [71]
- Adolf Friedrich von Mecklenburg [73]
- Afrika [71]
- „Aktualität“ s. [Tagesinteresse]
- Altenburg [74]
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- Amerika [72]
- Anschauung und Begriffe [11] [16] [25] [42]
- Anschauungsmittel [11] [12] f
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- Archenhold [74]
- Ästhetik [6] [34] f
- „Ästhetische Kultur“ [17] [18]/[19]
- Aufnahmen [33]
- Aussprache [40]