Der durchschnittliche Durchmesser der Blutkörperscheibchen beträgt beim:
| Menschen | 0,0074–0,0080 | mm. | |
| Schwein | 0,0060–0,0065 | „ | |
| Rind | 0,0054–0,0060 | „ | |
| Schaf | 0,0040–0,0048 | „ | |
| Hasen | 0,0065–0,0070 | „ | |
| Pferd | 0,0050–0,0055 | „ | |
| Hund | 0,0070–0,0075 | „ | |
| Huhn | 0,0070–0,0081 | „ | in der Breite |
| „ | 0,0120–0,0135 | „ | in der Länge. |
Bei der Untersuchung einer Substanz, welche man für Blut hält, pflegt man zuerst ihr Verhalten gegen Wasser zu prüfen.
Man bedeckt z. B. die Substanz mit 1–2 Tropfen Wasser. Ist sie eingetrocknetes Blut, so wird sie je nach ihrem Alter früher oder später an ihrer Oberfläche etwas aufquellen und sich das Wasser anfangs gelb, dann rothgelb, endlich dunkelroth färben. Lässt man dann den Tropfen abfliessen, so wird sich bei Musterung der benetzt gewesenen Stelle mit einem Vergrösserungsglase das netzartige Geflecht des Fibrins erkennen lassen. Betupft man dasselbe mit einer verdünnten Jodjodkaliumlösung, so wird es sich dunkelbraun färben.
Steht eine reichliche Menge der blutähnlichen Substanz zu Gebote, so giebt man eine senfkorn- bis linsengrosse Menge in einen Reagircylinder, übergiesst sie mit einigen Cubikcentimetern destillirtem Wasser, und mischt sie so einige Zeit unter nur sehr sanftem Schütteln. Nachdem sich das Wasser gefärbt hat, wird es schon nach sehr sanftem Schütteln an seinem Niveau einen Schaum bilden. Diese Eigenthümlichkeit des bluthaltigen Wassers nennt man Spumescenz. Diese lässt sich selbst an einem Tropfen der Flüssigkeit auf dem Objectglase beobachten, wenn man das Deckgläschen wiederholt hebt und abwärts drückt.
Die vorstehend erhaltene wässrige Blutlösung im Tageslichte beobachtet zeigt Dichroïsmus, d. h. im durchfallenden Lichte erscheint sie gelbroth oder roth, im reflectirten Lichte grünlich oder grün.
Die Grundlage der rothen Farbe des Blutes ist mit Haemoglobin bezeichnet worden. Dieses Haemoglobin besteht aus einer eiweissartigen Substanz und Haematin, einem eisenhaltigen Farbstoff. Wirken auf diese Verbindung Alkalien oder Säuren ein, so wird sie zersetzt und der Blutfarbstoff, das Haematin frei gemacht und unter gewissen Verhältnissen in Krystalle verwandelt. Deshalb nannte man diesen Blutfarbstoff früher Haematokrystallin.
Als eine sehr geeignete Flüssigkeit, die rothen Blutzellen von eingetrocknetem Blute oder Blutflecken behufs der mikroskopischen Untersuchung aufzunehmen, und das Haematin aus seiner Eiweissverbindung abzuscheiden, ist nach Roussin ein Gemisch aus 3 Th. Glycerin, 1 Th. concentrirter Schwefelsäure und 35 Th. Wasser.
Es soll sich der Blutfarbstoff der Säugethiere (nicht der Vögel) an und für sich in Krystalle verwandeln lassen und er dabei verschiedene je nach Art der Thiere aber ziemlich bestimmte Formen annehmen. Die prismatische Krystallform soll beim Menschen und vielen Säugethieren, die tetraëdrische beim Meerschweinchen und der Maus, hexagonale Tafeln bei dem Eichhörnchen, die Rhomboëderform beim Hamster etc. vorwalten. Zur Darstellung dieser Krystalle soll man nach Funke einen Tropfen Blut auf das Objectglas bringen und, nachdem er 3–4 Minuten an der Luft gestanden hat, mit einem Tropfen Wasser versetzen. Nach mehrmaligem Anhauchen legt man ein Deckgläschen darauf und stellt das Ganze an einen hellen Ort zur Verdunstung. Gut soll es sein, die Fläche des Objectglases, worauf der Tropfen Blut gegeben wird, vorher mit Seidenzeug recht tüchtig zu reiben. Die Krystallbildung gelingt übrigens in dieser Weise nicht leicht und ist es nothwendig, gleichzeitig 2–3 Objecte herzustellen.