Als Aufenthalt hatten sie sich das Parkhotel am Potsdamerplatz ausgesucht. In dieses zogen sie in den ersten Tagen des Oktober ein, und nahmen drei Gemächer in der ersten Etage nach vorn in Besitz.
Dem Sträuben Klamms, der auf dem Lande hatte bleiben wollen, — der sich, weil er seine Stadtpläne nicht verwirklichen konnte — auf die dortige Thätigkeit mit allem Eifer geworfen, — hatte sie entgegengehalten, daß man in seiner Mutter Nähe gelange, daß man der alten Dame die Freude machen müsse.
Frau von Klamm war nach der schweren Krankheit noch immer leidend, aber sie liebte trotzdem Geselligkeit, und sie war besonders glücklich, wenn sie ihren Sohn womöglich täglich sehen und sprechen konnte. —
Theodor Knoop hatte durch einen seiner Helfershelfer, einen gewissen
Schmeidel, bei Herrn von Klamm vorgefragt, ob er das Knoopsche Geschäft
kaufen wolle. Klamm hatte erwidert, daß er nicht abgeneigt sei, wenn die
Offerte von der Familie Knoop selbst an ihn gelange.
Allerdings hatte Frau von Klamm wiederum stärksten Einspruch erhoben, und nicht Schwäche, aber die Fessel, die Klamm angelegt war, weil seine Frau das Geld besaß, hatten ihn bewogen, dem dann inzwischen wirklich eingegangenen Antrag von der Firma Knoop vorläufig noch keine Folge zu geben.
Sehr schwer war's ihm geworden, und starke Kämpfe waren damit verbunden gewesen.
„Du hast ja eine Thätigkeit, mein lieber, teurer Freund! eine
Thätigkeit, die dich befriedigt, die für dich paßt, deinem Stande
angemessen ist,“ hatte sie erörtert. „Weshalb immer wieder auf diese
Pläne zurückkommen! Thu's mir zu Liebe und gieb die Gedanken an!
„Bedenke auch! In welche Nesseln du dich setzest! Du wirst deines Lebens nicht froh werden, wenn du in all das Gezänk verflochten wirst!
„Und nicht ungefährlich ist's bei der starken Konkurrenz, dafür ein solches Kapital zu wagen! Weshalb darauf ausgehen, wo in anderer Weise ohne Fährlichkeiten und Aerger dasselbe zu erreichen ist.“
Klamm hatte nur mit wenigen Worten erwidert.