„Du kannst es nicht vergehen, daß ich grade dafür Neigung besitze, weil du eine Frau, ein Kind der Gesellschaft bist. Ich kann immer nur wiederholen, daß mich grade eine solche Beschäftigung mehr anzieht, als irgend eine andere! Frage den Musikfreund, weshalb er grade die Tonkunst, den Künstler, warum er die Malerei liebt und in deren Förderung sein volles Genüge findet!? Ist es nicht etwas Herrliches, durch die Presse den Sinn für edle Dinge, Fortschritt, das Interesse für Kunst und Wissenschaft zu heben, ein Kulturförderer in bester und auch in wirksamster Weise zu sein?

„Ist es nicht überaus anziehend, auch die praktische Seite des Schrifttums, das Buchdruckereigewerbe und seine Vervollkommnung zu pflegen?“

„Hm — aber nun grade das Knoopsche Unternehmen! Ich würde zu stolz sein, um mich diesen Personen wieder freiwillig zu nähern, dadurch all die alten Dinge aufzurühren, Alfred!“

„In dieser einen Beziehung muß ich dir recht geben, Adelgunde! Ich habe ja auch deshalb erwidert, daß ich die Offerte von der Familie erwarte.

„Aber noch mehr! Ich habe ja bisher noch gar nicht von mir hören lassen —“

„Mag es auch so bleiben, liebster Alfred! Schreibe ab! Beschäftigen wir uns mit anderen Dingen. Zunächst wollen wir einmal unsere Visiten machen, deine und meine Bekannten aussuchen!“

So hatte das Gespräch sein Ende gefunden, und Klamm hatte auch jetzt, bei seiner Anwesenheit in Berlin noch von einer Berührung mit Herrn Knoop völlig Abstand genommen. —

Inzwischen aber hatte Theodor Knoop nicht geruht. Er war nach allen Richtungen thätig gewesen, um das Geschäft vorteilhaft zu verkaufen und den Nobilitierungsplänen weiteren Vorschub zu leisten. Zu dem Verlobungsfest Arthurs mit Ileisa war er mit eingeladen worden, und diese Gelegenheit weicherer Stimmungen hatte er benutzt, um von seinem Bruder einen Provisionsschein zu erhalten. Würde das Geschäft, wie es geplant war, für drei und eine halbe Million verkauft, erhielt er 25000 Mark Vermittlungsgebühr, und erfolgte die Standes-Erhöhung, würden ihm weitere 20000 ausgezahlt.

Er solle aber darüber nicht reden, auch mit Arthur nicht! hatte ihm
Friedrich Knoop auf die Seele gebunden.

Als Klamm sich trotz des Angebots, das ihm durch Theodors Handlanger gemacht worden war, nicht meldete, warf sich Theodor auf die anderweitig vorgesehene Realisierung des Verkaufs des Geschäftes, hielt aber Klamms Mitwirkung dabei doch im Auge.