Er erklärte der Bank, an die er herantrat, daß ein künftiger Leiter in der Person des Herrn von Klamm nicht nur gewonnen sei, sondern daß sich dieser auch mit einem sehr erheblichen Kapital beteiligen werde. Auch Knoops würden Aktien statt Geld nehmen, und Herr Arthur Knoop werde als Aufsichtsrat später thätig sein.
Ueberdies hatte er auch gleich den sogenannten Emissionsplan vorgelegt. Nicht dreieinhalb Millionen, sondern vier Millionen Aktien sollten öffentlich von der Bank aufgelegt und dem Publikum zur Beteiligung angeboten werden. Nach den bisherigen Einnahmen ergab sich dann immer noch, wie er ihnen vorrechnete, eine jährliche Verzinsung von neun bis zehn Prozent.
Wiederholte, sich ziemlich lang hinausziehende Besprechungen endeten mit der Bereitwilligkeit der Bankdirektion, in eine Prüfung des Geschäfts einzutreten. Sie sollte durch zwei der Bank kundige und vertrauenswerte Persönlichkeiten vorgenommen werden. Sie hatten die Aufgabe, die Gebäude, die Maschinen und das gesamte Inventar abzuschätzen und die Bücher des Geschäftes einzusehen.
Ergab sich wirklich ein solcher Nutzen, sollte in ernsthafte
Verhandlungen eingetreten werden.
Unter solchen Umständen mußte aber Theodor nun doch an Klamm herantreten. Daß sich Klamm mit Kapital und seiner Arbeitskraft beteiligen werde, hatte die Bank, die Erkundigungen nach ihm eingezogen, als Vorbedingung hingestellt. Gegen Arthur Knoop hatte sich wegen seiner Jugend Bedenken erhoben; auch ergaben die Ermittelungen, daß er mehr Sportsmann und Lebemann, denn ein eifriger Geschäftsmann sei. —
Bei einer Unterredung, die zwischen Arthur und Theodor stattgefunden, hatte Arthur gedrängt, daß Klamm nunmehr baldigst bestimmte Erklärungen gäbe.
Theodor hatte bisher mitgeteilt, daß Klamm ihm gesagt, daß er in irgend einer Form der Sache näher treten wolle. Er hatte Arthur unter dem Eindruck gelassen, daß er persönlich mit ihm verhandelt habe.
Um nun nicht der Lüge überführt zu werden, mußte er den Gang zu Klamm schon wagen. Er wollte ihm erklären, daß er im besonderen Auftrag des Herrn Knoop komme, und gab sich der Hoffnung hin, dadurch einer unhöflichen Behandlung von seiten Klamms enthoben zu werden.
Ließ sich Klamm, wie er voraussetzte, auf Besprechungen ein, wollte er alles vorbringen, was er den Bankdirektoren und Knoops als thatsächlich bereits erzählt hatte. Theodor hatte auch, wie es schien, Glück. Herr von Klamm ließ, als der Oberkellner bestellte, daß Herr Theodor Knoop im Auftrage des Herrn Friedrich Knoop komme, und bäte, den Herrn Baron sprechen zu dürfen, heraussagen, er werde sich unten im Konversationszimmer einfinden.
„Was wünschen Sie?“ begann Herr von Klamm mit eisiger Miene und Betonung, als er in den erwähnten Salon eintrat und sich Theodor erhob und eine besonders höfliche Verbeugung machte.