„Was sie habe, was geschehen, warum sie nicht, wie sie beabsichtigt, bei
Ileisa geblieben sei?“ stieß sie beängstigt heraus.
Und Margarete berichtete, und nachdem sie alles mitgeteilt, ja, fast wörtlich wiedergegeben hatte, was zwischen ihr und Arthur vorgefallen war, geriet Herr Knoop in eine ganz ungeheure Aufregung. Er sprach aus, daß er nur bedaure, Arthur nicht gleich fassen, ihn zur Rede stellen und ihn so abkanzeln zu können, daß ihm zu Wiederholungen eines solchen Auftretens die Luft vergehen werde.
Aber auch Margaretens Mutter bemächtigte sich eine große Empörung, der sich eine tiefe Trauer und eine starke Bedrückung hinzugesellte.
Ihre alte Ahnung, daß die in solcher Art herbeigeführte Abweichung von früherer Einfachheit ihrem Manne und ihnen allen nicht zum Segen gereichen, ihnen vielmehr zum Verderben werden würde, erfaßte sie von neuem.
Immer wieder mußte Margarete erzählen, und mit jeder Erneuerung ihrer
Darlegungen verstärkten sich in beiden der Zorn und die Entrüstung über
Arthurs Benehmen.
Erst nach einiger Zeit vermochten sie sich zu besänftigen. Während sich aber Herr Knoop anschicken wollte, nunmehr zur Stadt zu fahren, erklärte Frau Knoop, daß sie sich nicht mehr in der Stimmung befinde, Besuche zu machen. Ueberhaupt sei sie gegen das fortwährende, von ihrem Manne gewünschte Visitenmachen; sie bürdeten sich dadurch ohne Not und Zweck und ohne irgend welche Vorteile Lasten auf.
Das reizte nun aber wiederum Herrn von Knoop dermaßen, daß er sich in den schärfsten Worten gegen seine Frau erging. Das gestörte Gemüt mußte sich an irgend etwas wetzen und austoben.
„Ach Gott,“ seufzte Frau von Knoop unter heißen Thränen. „Wie waren wir doch früher in unserer Villa hinten auf deinem Arbeitshof glücklich! Fast nie kam eine Verstimmung, gar ein böses Wort zwischen uns vor! Und jetzt? Seitdem Arthur aus England wiedergekommen, ist's, als ob ein böser Geist bei uns eingekehrt. Nach unserer Standeserhöhung und nach dem Gutskauf ist erst gar die Freude von uns gewichen.“
Und eben, weil sie das Rechte traf, weil ihre Worte den Thatsachen entsprachen, weil sich der Mann getroffen fühlte, erhöhte sie nunmehr sein Ingrimm.
Er wollte, da sich jetzt doch der Eitelkeitssinn für den Sohn regte,
Arthurs Ansehen retten; er wollte namentlich nicht zugeben, daß ihn der
Sohn beeinflußt habe.