„‚Es fehlt mir die Zeit, und es ist hier nicht der Ort zu einem Gespräch, an dem ich Ihnen — wie ich möchte — auf Ihre Worte erwidern kann, meine gnädige Frau.

„‚Lassen Sie mich nur das eine bemerken:

„‚Wenn Sie von Entbehrung sprechen, so trifft dies bei mir erst recht zu —‘

„Nach diesen Worten sah er mich mit einem so traurigen Blick an, daß ich am liebsten an ihm herabgeglitten wäre und ihm gedankt hätte, daß er mir noch immer so gut geblieben sei.

„Was aber dann dieser Auseinandersetzung folgte, spottet jeder
Betreibung.

„Klamm hatte mich eben verlassen; er war, als er mir begegnete, im
Begriff gewesen, zur Bahnstation zu gehen, und mußte sich, um nicht den
Zug zu verpassen, sehr beeilen. Ich aber saß noch in Gedanken versunken.
So viel war auf mich eingestürmt, daß ich völlig vergessen hatte, wo ich
mich befand.

„Daran sollte ich aber sehr bald, und sehr unliebsam erinnert werden. Ich hatte während meines Gespräches mit Klamm schon einmal Geräusch hinter den Gebüschen zu hören vermeint, da aber Klamm sich nicht umgesehen, angenommen, daß ich mich doch wohl getäuscht habe.

„Es war aber Frau von Klamm gewesen, die, um ihrem Manne noch etwas zu sagen, ihm gefolgt war, und als sie uns sprechen gehört, stehen geblieben und gehorcht hatte.

„Sie trat nun jählings hervor, stellte sich vor mich auf, maß mich mit hochmütiger Miene und stieß, mit vor Erregung zitternder Stimme, heraus:

„‚Ich war eben Zeuge des Gespräches zwischen Ihnen und meinem Mann. Voller Empörung vernahm ich, daß Sie sich nicht scheuten, ihm Avancen zu machen, mit wohlberechneter Weichmütigkeit äußerten, wie schwer es Ihnen werde, ihm fern zu bleiben! Der Sinn Ihrer Worte war nicht mißzuverstehen, am wenigsten für denjenigen, der frühere Vorkommnisse kennt.