Baron Klamm fragte, weshalb eine Anzahl Maschinen still ständen, während sich andere von dem schnurrenden Geräusch der Transmissionsriemen begleitet, und von Bogenfängerinnen bedient, in unruhiger Bewegung befanden.
„Die außer Thätigkeit gesetzten Maschinen warten der Arbeit für die
Zeitung; diese hier drucken komplizierteren Satz,“ erwiderte Herr Knoop,
und nötigte nunmehr seinen Besuch aus den von dem Geruch des
Maschinenöls und der Druckerschwärze erfüllten Räumen in den
Papierlagerkeller einzutreten.
Endlich durchschritten die Herren auch noch die Gelasse der Buchbinderei und der Stereotypie, bis sie dann wieder in die Parterrelokalitäten gelangten und sich nach einem Besuch in den Redaktionsgemächern und Kontoren, in denen ebenfalls ein zahlreiches Personal emsig bei der Arbeit war, in die Familienwohnung begaben.
„Wie viele Menschen beschäftigen Sie, Herr Knoop?“ fragte Baron Klamm, der seiner Bewunderung über dieses großartige Räderwerk und über die überall herrschende Strenge Ordnung Ausdruck verlieh.
„Zweihundertundachtzig Personen erhalten Wochen- oder Monatslohn im Jahr bei mir!“ erwiderte Herr Knoop, löste die Brille von den Augen, bewegte, während er Antwort erteilte und mit einem seidenen Tuch die Gläser wischte, mit einem Ausdruck berechtigter Selbstbefriedigung das Haupt.
„Und ich habe alles selbst geschaffen,“ ergänzte er. „Mit Kleinem habe ich begonnen. Das ist mein Stolz! Gewiß! Es giebt noch umfangreichere Etablissements, aber dies ist auch etwas!“
Und nach kurzer Pause fuhr er fort:
„Ich habe auch eine Idee, wie ich Ihnen — wenn es wirklich in der That in Ihrer Absicht liegt — eine Thätigkeit anbieten könnte, Herr von Klamm. Allerdings müßten Sie sich in den Geschäftsrahmen hineinfügen, wie jeder andere!“
Die Rede wurde unterbrochen, weil Frau Knoop mit lebhaft zuvorkommender
Miene ins Zimmer trat, und nun die Vorstellung erfolgte.
Gleich darauf erschien auch Margarete, ein brünettes junges Mädchen, mit etwas bürgerlichen Zügen, aber schönen, sogar blendenden Farben, vollendetem Wuchs, und mit einer angenehm wirkenden freimütigen Lebendigkeit.