Nach kurzem Plaudern traten sie in den Speisesalon, in dem ein blitzend sauberer Frühstückstisch mit äußerst einladenden Gerichten gedeckt war.

Neben Portwein, Thee und kräftigen Bieren, präsentierte das Hausmädchen auch Champagner, dem Baron Klamm kräftig zusprach, während sich Herr Knoop auf ein sehr kleines Quantum beschränkte, und die Damen überhaupt auf Wein verzichteten.

„Auf Ihr und auf das Wohl Ihres Fräulein Braut,“ begann Herr Knoop, ergriff das Glas, und stieß mit dem Baron an.

Er sah wohl, daß Margarete aufmerkte, und daß auch seine Frau überrascht wurde.

Nach Aufhebung der Tafel, und nach allerlei anregenden Gesprächen, die
Klamm mit Margarete führte, für die er ein lebhaftes Interesse an den
Tag legte, begleitete Herr Knoop den Gast auf die Straße. Er machte
ohnehin stets um diese Zeit einen Spaziergang und besuchte eine
Weinstube.

Dies letzte Zusammensein benutzte Herr Knoop, um Herrn von Klamm mit den für ihn in Betracht gezogenen Plänen bekannt zu machen.

„Ueberlegen Sie,“ warf er hin, „ob Sie Lust und Neigung haben würden, in die Redaktion einzutreten, um für eine von mir neu zu errichtende Rubrik: „Hof und Gesellschaft“ Thätigkeit und Verantwortung zu übernehmen.

„Sie müßten — ich würde Sie dazu in den Stand setzen — an all
dergleichen Veranstaltungen teilnehmen, in Klubs eintreten,
Festlichkeiten besuchen, Personalien über besonders hervorragende
Persönlichkeiten zu erlangen suchen, und das alles in einer anziehenden
Form in die Täglichen Nachrichten bringen.“

Zu Herrn Knoops Enttäuschung stimmte Baron Klamm nicht so lebhaft zu, wie er erwartet hatte.

„Sehr vortrefflich — sehr dankbar, Herr Knoop. Ich verkenne Ihre gütigen
Absichten für mich keineswegs. Ich bin Ihnen außerordentlich verbunden.