„Gnädige Frau! — Was Sie mir sagen. Bitte, reden Sie. — Schenken Sie mir
Ihr Vertrauen.“
Ileisa zauderte, sie hob die Schultern und atmete tief auf. Aber in der
Ueberlegung, daß ihr Mann ihr ihre Freiheit bereits zurückgegeben,
überwand sie alle Bedenken. Auch drängte es sie, wie ihn, nach
Aussprache, nach Ablösung von der Qual ihres Innern.
„Mein Mann erklärte mir vor einigen Stunden, daß er sich mit seinem Vater überworfen habe, daß er sich auf eigene Füße stellen, aber auch, daß er die Ehe mit mir wieder lösen wolle. —“
„Wie? Das that er? Das ist geschehen? Und die Gründe?“
Ueber Ileisas Angesicht flog ein hartes Lächeln.
„Gründe? Er erklärte mir, daß er mir durchaus nichts vorzuwerfen, daß er aber eingesehen habe, daß wir nicht für einander passen. Er berief sich bei seinen kaltherzigen Erklärungen auf den Umstand, daß ja — auch — ich — ihn nicht liebe — —“
„Und das stimmt mit den Thatsachen überein?“
Statt zu antworten, senkte Ileisa das Haupt, und ihre Hand strich über ihre Augen, aus denen es unaufhaltsam hervortropfte. —
„Ah — Sie arme, liebe Frau,“ flüsterte Klamm weich.
„Wie fühle ich mit Ihnen — doppelt, da ich mich in gleicher Lage befinde.