Adelgunde wollte noch mehr sagen, sie war im Begriff, einen Ausfall gegen Ileisa zu machen, aber Klamm ließ sie nicht dazu gelangen.

Er sagte:

„Wenn du nun aber dasselbe in der Ehe erlebst, wie Ileisa, Adelgunde —?“

Sie stieß an mit einem herbklingenden Laut. Dann erwiderte sie in einem wehmütig ernsten Ton:

„Gewiß, es kann kommen, daß er auch mich vernachlässigt. Aber habe ich dann weniger, als jetzt?

„Wir leben doch auch nur nebeneinander! Aber Arthur von Knoop wird mich nie in der Ausübung meiner Neigungen hindern, wir werden — ich wiederhole es — in dieser Beziehung völlig harmonieren. Es giebt keine Menschen, die nach der Richtung besser für einander passen.“

„Hm — so wären wir uns denn einig. — Du willst von mir gehen — ?“

„Ich will nicht, du willst, Alfred — und nun muß ich, da ich mich — deiner — unwert gemacht —“

Sie sprach die Worte mit tief herabgesenktem, demütigem Blick, abgebrochen, voll Scham und Zerknirschung. Und Klamm sprach:

„Ich will dir nichts vorwerfen und ich will dir nichts nachtragen. Ich will mich in deine Lage hineinversetzen und denken, ich sei es selbst, dem zu verzeihen wäre. Das ist meine Antwort!