„Nun ja, ich bitte?“ bestätigte sie und nahm, jetzt ihr Angesicht trocknend, ihm gegenüber im Sofa Platz.
„Ihr wollt euch also heiraten — ?“
„Ich habe ihm noch keine Zusage gegeben. Wie könnte ich —“
„Er drängt dich aber?“
Adelgunde nickte.
„Und du meinst, daß ihr für einander paßt?“
Sie zog die Schultern.
„Ich finde bei ihm gleichen Sinn und gleiche Interessen. Das zieht mich an. Er besitzt eine eiserne Gesundheit, einen unverwüstlichen Gleichmut, einen Cynismus, der mich nicht nur nicht stört, sondern anzieht. Er hat ein vorteilhaftes Aeußeres, er weiß sich in der Gesellschaft zur Geltung zu bringen. Er ist klug und ist geschickt in allen Dingen, die die Kreise, in denen ich leben möchte, schätzen.“
„Hm — aber er ist kalt — sehr kalt, Adelgunde. Wie hat er sich gegen seine Frau benommen —“
„Sie langweilte ihn — sie ist ein Tugendspind — sie ist phlegmatisch, ohne Temperament — sie liebte ja auch dich, nicht ihn.“