„Und gleich entging mir nicht, daß sich ein starkes Vorurteil gegen meine Person in ihm bereits festgesetzt hatte.“

„Er nahm an, daß ich ein bloßer Abenteurer sei, der sich in sein Haus eindrängen wolle, um seine Tochter zu heiraten. Da griff ich zu dem Mittel, das ihn von vornherein eines anderen belehrte, warf hin, daß ich verlobt wäre, und gab ihm auch den Eindruck, daß wir wohlsituiert seien.“

„Im Nu veränderte das die Sachlage. So glaubte er mir! So war ich im stande, das durch das Schreiben hervorgerufene Mißtrauen zu zerstreuen.“

„Ich war gezwungen, so zu handeln! Es hilft doch nichts! Ich muß vorwärts, ich muß etwas finden, wenn wir nicht in schwerste Not geraten sollen!“

Klamm ließ, nachdem er gesprochen hatte, unwillkürlich das Haupt sinken und schaute trübe vor sich hin. Die alte Frau aber überkam ebenfalls ein Gefühl der Bedrückung.

„Erzähle weiter, Alfred!“ hub sie dann, sich fassend, an.

Klamm that ihr Bescheid. Er berichtete über alles, was vorgefallen war, und schloß:

„Ich bin überzeugt, daß ich eine Stellung bei Herrn Knoop erhalte. Die Frage ist nur, wie lange ich ohne Entgelt arbeiten muß. Woher sollen wir für die nächsten Wochen die Mittel nehmen?

„Ah!“ fuhr er beschwert fort, schnellte empor und maß das Gemach mit
Schritten, die seine Erregung bekundeten.

„Wenn ich die Schurken, die uns um alles betrogen haben, aber auch die
Person, die mich mit ihrem Haß verfolgt, mich dadurch bisher an meinen
Erfolgen gehindert hat, — hier hätte, ich könnte ihnen die Seele aus dem
Leibe reißen.