Das Gespräch empfing eine Unterbrechung, weil Adolf eintrat und Herrn
Knoop ein Schreiben überreichte.
Schon während er es entgegennahm, verfinsterten sich die Züge des Chefs des Hausen in einer Art, daß Frau Fanny, die bei Briefen stets ängstlich die Mienen ihres Mannes beobachtete, gleich besorgt das Wort nahm.
„Etwas Unangenehmes, Friedrich?“ fragte sie.
„Ah — ah!“ stieß der Mann heraus und knirschte mit den Zähnen. „Wieder von Theodor! Immer Theodor!“ Aber als er dann gar die Zuschrift gelesen hatte, zitterten seine Hände vor Erregung.
„Ach — die ewige, unglückliche Plage,“ seufzte Frau Fanny, ohne auf
Ileisas Anwesenheit Rücksicht zu nehmen. „Was hat er denn nun abermals?
Hast du ihm nicht erst neulich wieder Geld gesandt?“
Knoop verneinte erst stumm. Dann sagte er:
„Ich habe ihm auf seine drei letzten Briefe gar nicht geantwortet. Thäte ich es, würde ich ja noch weniger Ruhe haben. Freilich, jetzt geht er bis an die äußerste Grenze. Nun — nun — droht er! Wahrhaftig! Wäre er nicht mein — mein — Bruder, so würde ich ihn auf Grund dieser Zeilen der Staatsanwaltschaft überliefern.“
„Lies vor, Friedrich! Wir haben ja vor Ileisa keine Geheimnisse. Wir wissen, daß sie das, was sie für sich zu behalten hat, sicher in sich verschließt!“
„Sie dürfen dessen versichert sein, gnädige Frau!“ bestätigte Ileisa, das Auge frei aufschlagend, in einem einfachen, Vertrauen erweckenden Tone.
Und Herr Knoop las: