„Bitte, begleiten Sie mich, Herr von Klamm,“ entschied Knoop rasch entschlossen. „Da es sich um Geschäftliches handelt, sind Sie ja ebenso sehr interessiert —“

Unter solchen Worten schritt Knoop voran, und wenige Augenblicke später traten sie in das erwähnte Kabinett.

„Ah! du!“ stieß Knoop ebenso enttäuscht wie zornig heraus. „Nun dringst du gar nachts unter einer Lüge in mein Haus! Nein, nein — gieb dir keine Mühe! Ich habe nichts zu hören —“

„Du erregst dich zu deinem eigenen Nachteil, Friedrich,“ fiel Theodor
Knoop mit eiserner Ruhe ein.

„Ich frage, da ich Berlin verlassen muß, da ich eine Antwort auf meine Zeilen nicht empfing, ob du meiner Bitte entsprechen willst? Ich erkläre mit meinem Ehrenwort, daß ich dich nie wieder belästigen werde. Ich will dir einen schriftlichen Verzicht ausstellen.“

„Sehr gnädig! Du thust wirklich, als ob du Ansprüche zu erheben hättest, während du ganz dasselbe jedesmal beschworen hast. Was nach solchen Erfahrungen ein Ehrenwort aus deinem Munde bedeutet —“

„Ah,“ preßte Theodor Knoop in ergrimmtem Tone heraus, und seine Augen funkelten.

„Immer bleibst du doch derselbe eingebildete Hochhinaus, der du schon als Knabe warst, hältst dich für hundertfach besser, als andere, giebst schöne Lehren und teilst weise Sprüche aus, während du — —“

„Nun, ja — ja — ja — es mag sein, daß du vieles mit Recht an mir auszusetzen hast. Wir geben uns eben darin nichts nach; und weil dem so ist, habe ich ja schon seit langen Jahren vorgeschlagen, daß wir auseinander bleiben. Du aber kommst immer wieder, und natürlich immer dann, wenn du Geld von mir erpressen willst —

„Ich aber erkläre dir, daß ich mich auf nichts mehr einlasse! Ein
Vermögen, das ich dir nach und nach hingab, ist zwecklos verschleudert.
Es würden die Tausende auch in den Sand geworfen sein, die du heute
verlangst. —