Klamm ging bei dieser letzten Verabschiedung mit dem Gefühl von dannen, daß er fortan nicht nur in dem Bruder Theodor, den er bisher noch geschont hatte, einen unerbittlichen Gegner haben werde, sondern, daß er sich auch das Wohlwollen des Herrn Knoop vollständig verscherzt habe.

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Den ersten Schritt, den Klamm nach seiner Entfernung aus dem Knoopschen
Geschäft unternahm, richtete er ins Polizeipräsidium. Er hatte sich
vorher erkundigt, an wen er sich wenden mußte, und fand auch bei dem
Abteilungschef eine sehr höfliche Aufnahme und ein bereitwilliges Ohr.

Nach eingehender Darlegung der Umstände empfing er die Zusage, daß ihm vorläufig für die nächsten acht Tage ein Geheimpolizist zur Verfügung gestellt werden sollte, der gegen Personen, welche sich bei Klamms Ausgängen durch Verfolgung seiner Schritte verdächtig machen sollten, vorzugehen haben würde.

Aber Klamm traf auch Maßnahmen, um sich über Theodor Knoops
Persönlichkeit eine Gewißheit zu verschaffen.

Da er bei der ersten Konferenz erfahren hatte, daß jener in einem Hotel in der Jägerstraße wohne, fuhr er mit seiner Mutter am nächsten Morgen dorthin, ließ die Droschke in angemessener Entfernung halten und zog bei dem Portier Erkundigung ein, wann Herr Knoop auszugehen pflege.

Er empfing die Antwort, daß ein Herr Knoop dort überhaupt nicht wohne, aber allerdings ein Herr, der zu der von Klamm gemachten Betreibung passe, und sich Ulmer nenne.

Er sei noch auf seinem Zimmer; er wäre während der Zeit, in der er im
Hotel wohne, meist morgens zwischen neun und zehn fortgegangen.

Nach diesen Auskünften begab sich Klamm zu seiner Mutter zurück, um ihr zunächst das Ergebnis dieser Unterredung mitzuteilen.

Ulmer hatte sich Knoop damals nicht genannt. Also in dieser Beziehung gewährte die angestellte Ermittlung keinen Anhalt. Frau von Klamm betätigte wiederholt, daß Knoop bei den damaligen Verkaufsverhandlungen als Agent aufgetreten sei, daß er die Sache in die Wege geleitet, die ungeheuren Vorteile gerühmt und den Wert der statt Geld zu zahlenden Papiere in den Himmel gehoben habe.