„Und was soll ich zur Sühne thun, Herr von Klamm?“
Nur das sprach sie, und sah ihn mit einem demütigen Blick an.
„Sie müssen das Schriftstück, das ich mitgebracht habe, unterzeichnen. Ueberdies wünsche ich von Ihnen, die Sie eine reiche Frau sind, ein größeres Kapital zur Begründung einer sicheren Existenz. Dieses Kapital werde ich Ihnen verzinsen und nach und nach zurückzahlen. Wohlthaten will ich von Ihnen nicht, ich will aber, daß Sie Ihr Unrecht dadurch gut zu machen suchen, daß Sie mir die Mittel zu meiner Rehabilitierung zur Verfügung stellen.
„Man könnte sagen: es sei den Vorgängen mehr entsprechend, daß ich Sie den Gerichten überlieferte und sie der Verachtung anderer und eigener Verachtung preisgäbe! Aber mir fehlt die Veranlagung zu einem sentimentalen Stolz. Ich habe zu viel gesehen und erfahren, um mich über irgend etwas zu wundern.
„Infolgedessen lehrte mich das Leben, eher zu versuchen, aus dem
Ungünstigen das Günstige herauszuziehen, mit redlichen Mitteln, aber
ohne Hingabe an eine unnützliche Empfindlichkeit oder ein unfruchtbares
Grübeln.
„Ich will schließen, indem ich sage:
„Sie haben in Ihrer Leidenschaft gehandelt. Das mag Sie ein wenig, vielleicht mehr, als sonst eine solche Handlungsweise verurteilt zu werden verdient, entlasten. Ich erwarte nun Ihre Antwort.“
Und Frau von Krätz entgegnete ohne Besinnen:
„Ich bitte, lassen Sie mich das Schriftstück lesen, das ich unterzeichnen soll.“
Er reichte es ihr; es lautete: