„Ich erkläre, daß ich den Freiherrn Alfred von Klamm infolge einer starken Enttäuschung verleumdete. Ich bestätige indessen aus freiem Antriebe, daß ich ihn als einen vollkommenen Kavalier schätzen und lieben lernte, und deshalb mein Vergehen tief bereue.“
Hierauf legte er ein anderes, von ihm entworfenes Aktenstück in ihre
Hände, das folgenden Inhalt besaß:
„Ich, der unterzeichnete Freiherr Alfred von Klamm, bekenne, von der verwitweten Baronin Adelgunde von Krätz, geborene Gräfin Dugos in Dresden, die Summe von…. Mark als Darlehn erhalten zu haben und verpflichtet zu sein, dieses Kapital baldmöglichst, jedenfalls in fünfzehn Jahresraten zurückzuzahlen, auch ihr mit Beginn des nächstfolgenden Jahres dafür vier Prozent, in Vierteljahresraten zahlbar, zu vergüten.“
„Und wie viel wünschen Sie, und wann wünschen Sie das Geld zu haben,
Alfred? Wollen Sie es nicht ohne Schuldschein von mir annehmen?“ fragte
Frau von Krätz, in der Ueberwallung ihrer Gefühle wieder den Ton
früherer Zeiten anschlagend. Ein feuchter Schimmer erschien in ihren
Augen, auch streckte sie ihm ihre kleine Rechte mit demütig flehendem
Ausdruck entgegen.
Klamm aber verneinte stumm.
„Nein, gnädige Frau! Ich nehme von Ihnen nur, was ich nehmen muß, und lediglich um nicht infolge Ihres Vorgehens unterzugehen.
„Ich verspreche Ihnen, daß ich nur bestimmte Personen in das von Ihnen zu unterzeichnende Schriftstück Einsicht nehmen lassen werde.
„Und ferner:
„Ich erbitte das Geld, sobald Sie es flüssig machen können! Und die Summe? Die Summe? Soll das Unternehmen, das ich plane, genügend fundiert werden, brauche ich den Betrag von 100000 Mark!“
„Wohlan! Ich bitte Sie, morgen nachmittag sechs Uhr bei mir zu sein, dann werde ich es Ihnen einhändigen.“ — Und indem sie sich erhob und ihn mit einem liebewarmen Ausdruck anblickte, sagte sie: