„Ich bitte — ich flehe Sie an, vergessen, verzeihen Sie! Sie haben selbst zutreffend die Gründe angeführt, die mich fehlen, straucheln ließen.
„Und nicht wahr? Morgen! Ich gebe Ihnen dann auch die Unterschrift. Und — und Geld! Ich bin ja reich! Ich kann es entbehren. Wollen Sie nicht mehr?“
„Ich danke, gnädige Frau — es genügt.“
Er griff nach seinem Hut und wandte sich von ihr ab.
„Alfred — Alfred!“ stieß die Frau unter schmerzlichem Schluchzen hervor.
„Können Sie wirklich so von mir gehen?“
Einen Augenblick kämpfte Klamm. Dann aber sah er sie, statt ihrem Anruf Folge zu leisten, mit fremdem Ausdruck an, verbeugte sich förmlich und mit einer ablehnenden Bewegung und verließ das Zimmer.
Sie aber warf sich, nachdem er gegangen, in die Sofaecke und weinte sich aus. — Es gab für sie nur einen wahrhaft liebewerten Menschen in der Welt. Er war eben gegangen! —
* * * * *
Während Klamm den Weg zu dem Hotel einschlug, in dem er Wohnung genommen, fühlte er sich in seiner Stimmung sehr gehoben. Er hatte durch sein gewagtes, fast ein wenig abenteuerliches, aber wohlüberlegtes Vorgehen alles erreicht, was er nur wünschen konnte.
Bei seinen Erkundigungen nach Frau von Krätz hatte er zufällig erfahren, daß sie im Begriff stehe, einen Maskenball zu geben, und gleich war in ihm der Gedanke aufgestiegen, sich unter dem von ihm gewählten Domino in ihren Räumen einzufinden.