Nun ging er abermals ans Fenster und ließ gewaltige Rauchwolken der angezündeten Cigarre durchs Zimmer schweben. Der eindringende Sonnenstrahl fing sie auf und verwandelte sie in lichtes Blau. Eine lange Pause trat ein, ohne daß eine Silbe gesprochen ward.

„Ah! ja!“ rief dann Teut plötzlich. „Es muß so sein! Hören Sie mich an, Tibet! Machen Sie also der Gräfin den Vorschlag auf mein Anerbieten einzugehen. Sie wissen ja, wie und wo am besten einzusetzen ist. Stecken Sie sich hinter die Kinder! Wenn diese betteln, daß ihr Wunsch erfüllt wird, kann sie nicht widerstehen! Und wenn die Gräfin auf den leidigen Punkt kommt—Sie wissen—meine gefürchtete offene Hand und dergleichen Thorheiten mehr—so sagen Sie ihr—ja, so sagen Sie ihr, was Sie wollen, aber in allen Fällen, daß ich ihr verspräche, niemals diesen Punkt zu berühren, viel weniger ihren Absichten entgegen zu handeln.“

„Zu Befehl, Herr Baron! Ich hoffe, Ihrem Vertrauen Ehre zu machen. Ich werde mein möglichstes thun.—Nur eins! Wenn ich diesen Auftrag erhalte, muß ich eingestehen, daß ich Sie gesehen habe, und das wird den Argwohn der Frau Gräfin wecken. Je scheinbar unvorbereiteter ich das vortrage, um so besser ist es!“

„Nun, im Flunkern haben Sie ja schon gute Übung, Tibet!“ lächelte Teut und suchte doch durch seine Miene den auf Tibet hervorgerufenen Eindruck zu verwischen. „Ich denke, Sie müßten schon sagen, Ihre Angehörigen wohnten hier in der Gegend, und zufällig hätten Sie mich getroffen. Wo wohnen denn eigentlich die Ihrigen?“

Tibet nannte den Ort.

„Ah—in M.! Sind Sie auch dort geboren?“

„Ja, Herr Baron.“

„Und lebt Ihr Vater noch?“

„Nein, Herr Baron.“

„Ihre Mutter ist Witwe?“