„Ich störe wohl, Frau Gräfin—“ hob Teut, rücksichtsvoll ins Zimmer tretend, an.
Sie schüttelte ihren Kinderkopf, raffte errötend und verlegen allerlei auf den Stühlen umherliegende Garderobengegenstände auf, schob sie der Kammerjungfer über den Arm und hieß sie und Erna, welche eben, die Thür sperrweit offen lassend, ins Zimmer gestürmt kam, gehen.
„Nein, halt! Warten Sie, Charlotte!“ unterbrach sie aber doch ihren
Befehl. „Der Herr Rittmeister mag entscheiden.“
Die Jungfer that, wie ihr gesagt wurde. Sie legte die Kleider auf einen Stuhl und suchte unter den überreichen Ballroben eine hervor, die sie ihrer ungeduldig wartenden Herrin überreichte.
„Ich verstehe von Kleidern gar nichts,“ sagte Teut schroff. Es störte ihn, daß Ange in Gegenwart der Zofe mit ihm dergleichen Dinge besprechen wollte.
Ange sah ihn mißmutig an, wollte etwas erwidern, unterdrückte aber die
Entgegnung.
Inzwischen nahm Erna eines der Kleider an sich, fuhr mit den Armen hinein, schob die Schleppe mit den Füßen ungeschickt hin und her, so daß sie diese mit den bestäubten Schuhen berührte, und rief endlich laut: „Mama, Mama, sieh einmal!“
„Aber Erna, Erna!“ flehte Ange und eilte erschrocken hinzu. Das Kind aber hob den seidenen Rock empor, lief rasch davon und rief: „Das müssen Jorinde und Ange sehen! Nein, nein, ich gebe es nicht!“
Ange ließ denn auch das Kind gehen und machte der Zofe ein Zeichen, nachzueilen.
Als sie zu Teut emporblickte, begegnete sie seiner mißbilligenden Miene. „Unverbesserlich sind Sie, liebe Gräfin,“ sagte er und schüttelte den Kopf.