„O Teut, lieber, braver Freund!“

„Halt, Zirp! Ich habe eine Bedingung: Sie geben mir Ihr Ehrenwort, daß
Sie nicht mehr spielen und nie mehr Wechsel unterzeichnen.“

Zirp machte eine zustimmende Bewegung.

„Nein, nein, nicht so rasch! Besinnen Sie sich wohl!—Ferner: Sie beantworten mir eine Frage, wahrheitsgetreu, ohne Rückhalt, als Kavalier.“

Zirp horchte gespannt auf. Des Sprechenden Stimme klang verändert—ernster, fast drohend.

„Ich bitte, sprechen Sie, Teut.“

„Nein, Zirp, erst antworten Sie mir, ob Sie meine Bitte erfüllen wollen. Was ich von Ihnen fordere, ist nichts, was Sie mit Ihren Grundsätzen in Konflikt bringen kann, denn derjenige, der gut genug ist, in intimsten Privatangelegenheiten als Freund zu helfen, ist wohl so viel wert wie diejenigen, bei denen der Antragsteller die Stunden seiner Langenweile vertreibt. Also?“

„Gut! Obgleich mir Ihre Rede unverständlich ist und obgleich ich fast erschreckt bin durch den feierlichen Ton—ich gebe Ihnen hiermit mein Ehrenwort, daß ich Ihre Frage nach bestem Wissen, wahrheitsgetreu, beantworten werde.“

„Nun,“ hob Teut an, „dann frage ich Sie: Hat jemals jemand behauptet, daß—die Gräfin Ange—Clairefort—meine—Geliebte—sei?“ Teut stieß die Worte zögernd, in Absätzen hervor. In scharfer Abgrenzung markierten sich die Linien seines mageren Gesichtes und seine Mundwinkel zuckten. Zugleich schob er das Monocle ins Auge und schien Zirp mit seinen Blicken durchbohren zu wollen.

„Sie schweigen?“ drang es heiser aus Teuts Munde. „Gut! Das ist auch eine Antwort. Ich danke Ihnen. Rechnen Sie auf mich; aber“—und ein so drohender Ernst malte sich auf des Rittmeisters Zügen, daß Zirp unwillkürlich zusammenschrak—„ich rechne auch auf Sie, daß Sie in Zukunft Ihre Reitpeitsche jedem ins Gesicht schlagen, der es wagen sollte, diese edle Frau auch nur durch eine Miene zu verdächtigen!“