„Carlos, Carlos, mein geliebter Carlos!“ rief Ange, flog an sein Lager und ergriff seine Hand.

„Sag, was ist Dir? O, komme zu Dir! Es ist Ange, Deine Ange! Hörst Du sie nicht?“

Er nickte wie ein Abwesender. Offenbar ward er nicht Herr der ihn bedrückenden Vorstellungen, und um sie zu verscheuchen, glitt er wiederholt mit den kranken Händen über Stirn und Haar.

Ange heftete mit zerrissenem Herzen die Augen auf ihren Mann. Auch Tibet war tief erschüttert durch diesen Anblick.

„Wünschest Du das Frühstück, Carlos? Soll ich nicht die Fenster öffnen und frische Luft hereinlassen? Willst Du aufstehen—Dich in Deinen Stuhl setzen? Sprich Lieber! Was hast Du? Ach, ach!“

Nichts! Er schien nicht zu hören, und sie sank wie zerknickt neben ihm nieder.

Immer starrte er geradeaus, griff sich an die Stirn und suchte mit vergeblicher Anstrengung seinen Geist zu ordnen.

Jetzt erhob sich Ange und riß die Fenster auf.

„O, ich ersticke in dieser Luft! Sie muß auch Dir schädlich sein! Komm, laß Dich mit Wasser benetzen. Tibet helfen Sie! Wir wollen den Grafen drinnen in dem luftigen Zimmer betten.“

Aber Clairefort fiel, ehe sie ihn berührten, schwerfällig zurück, schloß die Augen und blieb bewußtlos liegen. Es hatten ihn abermals der Schlaf oder eine Ohnmacht befallen.