Nach diesen Worten benutzte sie einen Anruf von Fräulein Merville, machte eine kühl entschuldigende Geste, stand auf und entfernte sich rasch.

Er aber schaute ihr nach, umfing mit seinen Blicken ihre Psychegestalt, seufzte auf und trat zu den übrigen zurück.

Die Herren waren eben im Nebenzimmer beschäftigt, die Gräfin aber, die zu einer Handarbeit gegriffen, erhob bei seiner Annäherung den Kopf und sagte mit liebenswürdiger Milde:

"Ja, leicht ist, lieber Graf, diese Festung nicht zu nehmen. Wären wir beide in gleichem Alter, wäre es Ihnen bequemer geworden!"

"Ich besitze also Ihr Wohlwollen, verehrteste Frau Gräfin? Darf ich Ihre
Worte so deuten?" stieß Axel heraus.

"Ja, Graf Dehn!" Sie sprachs und streckte ihm gütig die Hand entgegen.

Und Axel ergriff sie und drückte einen festen Kuß auf die weiße, weiche
Fläche, die unter der Berührung seiner Lippen leicht zu beben schien.

* * * * *

Als Axel am nächsten Vormittage der Gräfin nach dem zweiten Frühstück im Park Gesellschaft leistete, erklärte er ihr nach einer vorsichtigen Einleitung, daß Imgjor einen unauslöschlichen Eindruck auf ihn hervorgerufen habe, daß er aber eine Werbung als gänzlich aussichtslos ansehen müsse.

Mit größter Offenherzigkeit erzählte er ihr von dem, was ihm begegnet war, und was er dabei empfunden hatte, auch verschwieg er ihr nicht, daß er bereits am gestrigen Abend einen Anlauf genommen und dabei eine Antwort empfangen, der an schroffer Deutlichkeit nichts gefehlt habe.