"Ich lese Geist in der Natur von Oersted—"

"Und eine so schwere Lektüre fesselt Sie?"

"Mich fesselt alles, was mich über die einseitige Enge des Daseins zu erheben vermag!"

"Sie betonen Ihre Worte so stark! Haben Sie bereits so unerfreuliche
Erfahrungen gemacht, Komtesse?"

Aber sie gab auf diese Frage keine Antwort. Sie zuckte nur die Achseln.—Aber deshalb trieb's ihn, die Schranke gewaltsam zu durchbrechen, die sie trennte.

Sanft sprechend, sagte er:

"Ich würde gern Ihre Freundschaft erringen, Komtesse! Aber Sie weichen mir schroff aus, Sie gebrauchen sogar Waffen gegen mich. Ich sinne über die Gründe nach, die Sie so handeln lassen. Giebt's keinen Weg, der uns zusammenführen könnte?"

Aber was er erhoffte, ward ihm nicht.

Indem sie ihn kalt und unbeugsam anblickte, sagte sie kurz und hart im
Ton:

"Nein, keinen, Graf Dehn!"