"Glaubt man Ihnen denn das? Fragt man nicht, wer das Geld verwaltet, wo es bleibt?"

"Nein. Ich bin der Verfechter der großen Idee. So ist auch am besten angelegt."

"Hm—hm—aber das ist doch alles nicht ehrlich, Herr Kollund, das heißt doch nur an sich denken."

"Vielleicht! Aber es geht nicht anders, meine Gnädigste. Mit Sentimentalitäten kann man das Leben nicht anpacken. Man muß, um durchzuringen, zu den Grundsätzen der Heiligung der Mittel greifen."

"O nein, nein! Nie würde ich dazu meine Hand bieten. Verwerflich finde ich solches Ausnützen des Vertrauens, schwindlerisch eine solche Vertuschung der Wahrheit!"

"Sie sind eben noch sehr jung, meine Gnädigste! Sie meinen, daß sich hier die Welt anders bewähren soll, als sonst allezeit. Und deshalb erwarten Sie es, weil Ihre Absichten lauter sind, weil der Gegenstand Ihnen groß und erhaben däucht. Ach, wie bald, wie gründlich werden Sie belehrt werden! Die Kreatur bleibt sich in allen Lebensverhältnissen gleich. Hier, hier erst recht muß man sehr klug sein und klug handeln, um die Zwecke, die man im Auge hat, zu erreichen."

"Nun, so mag es sein! Ich will Ihnen nicht widersprechen," stieß Imgjor, ihre Empörung nur schwer dämpfend, heraus, "aber ich will jedenfalls meinen Geldbeutel dazu nicht öffnen! Ich gebe das, was das Lokal und die Annoncen kosten, ich gebe Ihnen eine Entschädigung dafür, daß Sie Ihre Zeit mir nutzlos geopfert haben. Sie mögen dann verfahren, wie Sie es zu verantworten vermögen. Ich will kein Hehler dieses Verrats und dieser Unehre sein!"

"Ich sehe Ihnen Ihre Worte nach, Komtesse, weil ich Ihrer Unerfahrenheit
Rechnung trage, und wünsche nun auch meinerseits diesen Teil des
Gespräches zu beendigen. Ich bitte nun nur fragen zu dürfen, wann ich
mir den Betrag holen darf?"

"Wieviel verlangen Sie?"

"Mit fünfhundert Kronen denke ich zu reichen—"