"Imgjor! Imgjor!" bracht aus der heißarbeitenden Brust. Im Nu hatte er sie umschlungen und geleitete sie in sein Gemach.
Und als sie dann dort einander in die Augen schauten und ihm die Worte: "Liebst du mich, Imgjor?" aus der trunkenen Brust zitterten, da riß sie ihn an sich.
"Ach—du fragst—teurer Mann! Hier, hier, dein Kind, deine Demut, deine bezwungene Liebe! Hier deine Imgjor, geheilt, zurückgegeben der Vernunft und dem, den sie liebte, trotz aller Auflehnung und aller Schroffheiten beim ersten Sehen!"
Und der berauschte Mann stöhnte auf und zog das blasse, schöne Geschöpf an das Fenster.
"Hier vor Gottes unvergänglicher Natur schwöre ich dir, daß ich dich zu beglücken suchen werde, wie kein Mann je ein Weib zuvor! Und ist's denn wirklich Wahrheit? Du bist es selbst, du kehrst bekehrt zurück, du, Imgjor Lavard?"
"Ja, mein Freund! Bewahrheitet hat sich an mir des Dichters Wort:
Wie Ueberfüllung strenge Fasten zeugt,
So wird die Freiheit, ohne Maß gebraucht,
In Zwang verkehrt!
Hier in diesem Eden der Schönheit und des Friedens, hier bei denen, deren hohen Wert ich erst durch die Erfahrungen und Vergleiche erkannte, wollen wir leben, wirken und streben, wollen wir uns—und anderen leben! Und nun küsse mich noch einmal, und dann will ich vor dir niederknieen und deine Hände voll Dank berühren, daß du einen solchen Reichtum an Nachsicht und Geduld mit deiner—deiner Imgjor gehabt!"
Und sie that, nachdem er sie umschlungen, wie sie gesprochen, und dann hob er sie empor und trug sie auf den Armen zu ihren Gemächern empor.—