Axel flog die Stufen empor. Sie schon da und er nicht anwesend!

Sturmschnell betrat er die Hintergemächer. Lautes Sprechen drang aus dem Kabinett der Gräfin, demselben, das er damals bei dem ersten Besuch mit klopfendem Herzen betreten hatte.

Und wieder klopfte es heute aus anderen Gründen so ungestüm, daß ihm plötzlich die Kraft fehlte, jetzt, in diesem Augenblick—Imgjor gegenüberzutreten.

Leise schlich er sich wieder aus dem Zimmer fort, eilte in seine
Gemächer, riß die Fenster auf und holte tief, tief Atem.

So verharrte er wohl zehn Minuten.

Und dann hörte er Geräusch auf der Treppe, Luciles und Imgjors Stimmen, und dann sagte die letztere:

"Nein, nein—danke, liebste Lucile! Ich habe ja alles; auch bei Kofferauspacken brauche ich keine Hilfe—in fünf Minuten bin ich wieder bei euch.—Lasse nur anrichten, daß Papa nicht länger zu warten braucht!"

Und nun Schritte—ihre Schritte empor!

Ah, wie ihm das Herz hämmerte,—wie die Glieder flogen, wie ihn alles zu ihr hintrieb!

Und als sie dann im Begriff stand, den vor seinen Räumen sich dehnender
Vorflur zu betreten, und nun eben emporeilen wollte, öffnete er die
Thür, zog ihre Gewalt mit seinen sehnsüchtigen Augen an sich
und—stürzte an ihr nieder.