"Was Sie besonders anzuziehen scheint, Komtesse, stößt mich geradezu ab—" warf er, herabsetzend im Tone, hin.
Und mit einem "So, so! Ja, der Geschmack ist eben ein verschiedener—" antwortete sie darauf.
Statt daß Lucile, wie Axel erwartet hatte, ein Erstaunen darüber an den
Tag legte, daß er, der doch zu diesem Kreise gehörte, einen solchen
abweichenden Geschmack bekundete, schien sie das hinzunehmen, wie das
Zwitschern eines Vögelchens, das über ihnen in den Zweigen huschte.
Sie rechnete mit dem, was einmal vorhanden war; sie entwickelte keinen
Eifer darüber, daß es mit ihren Neigungen nicht übereinstimmte.
Während sie sich eben wieder dem Schloß näherten, in dem sie ein Waffenzimmer besichtigen wollten, von dem beim Frühstück die Rede gewesen war, sagte er:
"Sie ziehen also wohl jedenfalls die Stadt dem Lande vor. Sie finden wahrscheinlich gar keinen Geschmack an dem einförmig-stillen Leben auf Rankholm, Komtesse?"
Statt einzutreten—eben hatten sie eine Pforte im Souterrain erreicht, durch die man von hinten ins Schloß gelangen konnte—blieb sie stehen, richtete den Blick geradeaus und sagte, zunächst durch eine Kopfbewegung seinen Worten begegnend:
"Nein, ich bin hier sehr gern. Im Sommer ist mir die Stadt nichts. Aber—ich spreche offen—ich finde die Personen hier wenig anziehend. Wäre nicht mein Vater—" Sie hielt inne und während sie die Lippen schloß, reckte sie den schlanken Hals rückwärts, wie jemand, der einer starken Empfindung Herr zu werden versucht.
Nun wurde Axel aufmerksam.
Scheinbar arglos sprechend, fiel er ein: