"Ja, Ihre Eltern, Ihr Herr Papa, Ihre Frau Mama, die müssen jedermann fesseln!"

"Meine Mutter—?" Lucile zog die Schultern, und in ihren Zügen erschien ein eigentümlicher Ausdruck. Doch sprach sie nicht aus, was sie dachte, und offenbar empfand sie Reue, daß sie sich so weit vergessen hatte.

Auch suchte sie den von ihr hervorgerufenen Eindruck rasch wieder zu verwischen, indem sie sagte:

"Ich wollte betonen, daß ich mit meinem Vater besser hamoniere als mit
Mama und Imgjor"—Und plötzlich abschweifend:

"Wie finden Sie Imgjor?"

"Bezaubernd!"

"So—!? Ja, das ist ein Mädchen, um das alle Männer werben. Es geschieht, weil sie ihnen nicht einen Finger giebt. Solche strecken ganze Scharen zu ihren Füßen."

Dann schwieg sie. Als sie aber oben in das Waffenzimmer getreten waren und sich hier, nach Besichtigung der Gegenstände, noch einmal niedergelassen hatten, sagte Lucile Lavard:

"Ich gehe gern hier hinauf, weil meine Vorstellungen rege werden. Ich wollte, ich hätte damals leben können, als noch Rankholm der Mittelpunkt der vornehmen Welt war, als noch unsere Vorfahren Gesandte, Staatsminister und Feldmarschälle waren, als sie die Herrscher Dänemarks wochenlang zum Besuch bei sich sahen!"

"Sie sind offenbar sehr ehrgeizig, Komtesse!—Sie sind aus dem alten
Lavardschen Blut."