„Na ja, das ist wohl richtig — obgleich — obgleich, Fräulein Carin —“ erwiderte Hederich und fuhr, einem neuen Gedanken folgend, fort: „Glauben Sie, daß auch Frau Theonie etwas thun würde, wenn's nötig wäre?“

„Ich weiß es nicht. Sie spricht über gewisse Dinge nie mit mir. Über ihren Vetter hat sie sich selbst nach der letzten Auseinandersetzung nicht anders als mit den Worten geäußert, sie habe jede Verbindung mit ihm abgebrochen. Daß sie sich für Tressens interessiert, ist indes zweifellos.“

„Sagen Sie, Fräulein Carin, es ist — drum und dran — hier jetzt wohl recht öde und einsam für Sie?“ fuhr Hederich, abermals das Gesprächsthema willkürlich ändernd, fort. „Oft wundere ich mich, wie Sie es aushalten.“

„Ja, es ist auch schwer, Herr Hederich. Seit dem Tode des Herrn von Streckwitz ist Frau Cromwell so melancholisch, daß sie oft Tage lang nicht spricht, und wir sehen fast niemanden mehr bei uns.“

„Da sehnen Sie sich denn wohl fort von hier, Fräulein Carin?“

Das Mädchen antwortete nicht gleich, dann aber sagte sie mit tiefem
Ernst:

„Mich hält das Pflichtgefühl und — die Notwendigkeit. Wo sollte ich wohl hin, Herr Hederich?“

Hierauf fand Hederich keine Worte. Sie waren eben auf die Anhöhe im Park gelangt, und vor ihnen lag die mit Wiesen, Äckern, Waldungen, kleinen glitzernden Flüssen und Ortschaften bedeckte, weite Ebene. Während sie gedankenvoll ins herrliche Land schauten, sagte er:

„Da unten links, wo gerade der Rauch aufsteigt, ist ein kleines Gut zu kaufen. Elmenried heißt es, Fräulein Carin. Ich hätte es mir schon zugelegt, wenn — drum und dran —“

„Nun?“ machte Carin verwundert.