„Ach, Fräulein Carin, es geht mir wie Ihnen, ich bin auch einsam, ganz einsam, und möchte — drum und dran — einen festen Halt haben. Das ist es! Das hält mich ab!“
„Sie müßten sich eine Frau nehmen, Herr Hederich!“
„Wer will mich? Und wenn ein Mädchen mich wirklich wollte, so möchte ich sie wohl nicht. Eine, ja eine — die — die —“
Er senkte das Haupt und stöhnte.
Durch das Innere der Verlassenen zog plötzlich ein nie gekanntes Gefühl; diesem braven Manne anzugehören, ein eigenes Haus und Heim zu besitzen, nicht mehr abhängig zu sein, ein Ziel, ein rechtes Dasein zu haben! Welch eine wunderbare Aussicht — welch ein Glück!
Und ergriffen von diesem Gedanken, auch ihm innerlich zugewendet mit einem warmen, zärtlichen Gefühl, erhob sie das Auge und sagte leise:
„Eine, Hederich? — Also doch eine? Darf man ihren Namen wissen?“
Nun wendete auch er das Antlitz zu ihr, und als ihr liebes, gutes Auge so freundlich auf ihm ruhte, brach endlich die Scheu, und er stieß heraus:
„Ja — ich will ihn nennen — drum und dran — denn einmal muß es doch heraus, und wenn es dann auch nichts damit ist. Ich kann es nicht länger bei mir behalten, weil es mir das Herz abdrückt. Sie sind es, Fräulein Carin! Bitte, bitte, nehmen Sie es blos nicht übel — bitte, Fräulein Carin —“
„Übel nehmen? Kann sich ein Mädchen nicht nur geehrt fühlen, wenn ein rechtschaffener Mann ihr seine Hand reichen will, und besonders, wenn auch sie ihm — gut ist — wenn auch sie ihn lieb —“