‚Liebe Theonie!

Ich bedaure und bereue den gestrigen Vorfall aufs tiefste. Laß mich es Dir auf diesem Wege sagen und Deine Verzeihung einholen, bevor wir uns wieder gegenübertreten. Niemals — dessen sei gewiß — wirst Du Dich ferner über einen Mangel an Ehrerbietung meinerseits zu beklagen haben, vielmehr aus meiner Begegnung erkennen, wie hoch ich Dich schätze, achte und verehre. — Genehmige, liebe Theonie, daß ich noch acht Tage auf Falsterhof bleibe. Dann reise ich ab, und inzwischen finden wir Gelegenheit, uns auszusprechen und die von Dir in so gütiger Weise angeregten geschäftlichen Angelegenheiten zum Austrag zu bringen. Heute mittag und den Rest des Tages bin ich nicht in Falsterhof und bitte, mich bei der Mahlzeit zu entschuldigen.

Tankred.‘

„Tragen Sie dies der gnädigen Frau hinauf, die ich nicht stören will, da sie sich gestern abend schon unwohl fühlte. Ich werde heute nicht bei Tisch sein,“ erklärte Tankred dem durch Klingeln herbeigerufenen Frege.

„Die gnädige Frau ist bereits in der Frühe nach Elsterhausen gefahren.
Sie ist nicht anwesend,“ ging's kurz aus des Dieners Munde.

Tankred zog ein enttäuschtes Gesicht. Aber sich schnell wieder beherrschend, warf er hin:

„So — so? Und wann kehrt sie zurück?“

„Die gnädige Frau will morgen ihre Reise antreten. Sie meinte, gegen abend wiederzukommen.“

„Hm, schön!“ Damit war Frege entlassen.

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