Bradleys Gesicht wurde ernsthaft. „Tun Sie das nicht!“ sagte er fast bittend.
„Doch, ich werde es tun,“ fuhr Aghion begeistert fort. „Ich werde mich mit dem Mädchen verloben und sie dann so lange erziehen und unterrichten, bis sie die christliche Taufe erhalten kann; dann lassen wir uns in der englischen Kirche trauen.“
„Wie heißt sie denn?“ fragte Bradley nachdenklich.
„Naissa.“
„Und ihr Vater?“
„Das weiß ich nicht.“
„Na, bis zur Taufe hat es ja noch Zeit; überlegen Sie sich das lieber noch einmal! Natürlich kann sich unsereiner in ein indisches Mädel verlieben, sie sind oft hübsch genug. Sie sollen auch treu sein und zahme Frauen abgeben. Aber ich kann sie doch immer nur wie eine Art Tierchen ansehen, wie lustige Ziegen oder schöne Rehe, nicht wie meinesgleichen.“
„Ist das nicht ein Vorurteil? Alle Menschen sind Brüder, und die Indier sind ein altes edles Volk.“
„Ja, das müssen Sie besser wissen, Aghion. Was mich betrifft, ich habe sehr viel Achtung vor Vorurteilen.“
Er stand auf, sagte Gutenacht und ging in sein Schlafzimmer, in dem er gestern die hübsche große Wäscheträgerin bei sich gehabt hatte. „Wie eine Art Tierchen“ hatte er gesagt, und Aghion lehnte sich nachträglich in Gedanken dagegen auf.