Er zuckte die Achseln.

„Sobald mobilisiert wird, rücke ich ein. Ich bin Leutnant.“

„Du? Davon wußte ich kein Wort.“

„Ja, es war eine von meinen Anpassungen. Du weißt, ich bin nach außen nie gern aufgefallen und habe immer eher etwas zuviel getan, um korrekt zu sein. Ich stehe, glaube ich, in acht Tagen schon im Felde —“

„Um Gottes willen —“

„Na, Junge, sentimental mußt du das nicht auffassen. Es wird mir ja im Grunde kein Vergnügen machen, Gewehrfeuer auf lebende Menschen zu kommandieren, aber das wird nebensächlich sein. Es wird jetzt jeder von uns in das große Rad hineinkommen. Du auch. Du wirst sicher ausgehoben werden.“

„Und deine Mutter, Demian?“

Erst jetzt besann ich mich wieder auf das, was vor einer Viertelstunde gewesen war. Wie hatte sich die Welt verwandelt! Alle Kraft hatte ich zusammengerissen, um das süßeste Bild zu beschwören, und nun sah mich das Schicksal plötzlich neu aus einer drohend grauenhaften Maske an.

„Meine Mutter? Ach, um die brauchen wir keine Sorge zu haben. Sie ist sicher, sicherer als irgend jemand es heute auf der Welt ist. — Du liebst sie so sehr?“

„Du wußtest es, Demian?“ Er lachte hell und ganz befreit.