„Durch meine Frau. Ich weiß, wer Sie sind. Aber legen Sie, bitte, ab. Hier, wenn ich bitten darf. — Es ist mir ein Vergnügen. — O, bitte. So, ja.“
Es war ihm offenbar nicht sonderlich wohl, und mir auch nicht. Wir traten in ein kleines Zimmer, wo auf dem weißgedeckten Tisch eine Lampe brannte und zum Abendessen serviert war.
„Hier also. Meine Bekanntschaft von heute morgen, Julie. Darf ich vorstellen, Herr — —“
„Ich kenne Sie,“ sagte Julie und erwiderte meine Verbeugung durch ein Nicken, ohne mir die Hand zu geben.
„Nehmen Sie Platz.“
Ich saß auf einem Rohrsessel, sie auf dem Diwan. Ich sah sie an. Sie war kräftiger, schien aber kleiner als früher. Ihre Hände waren noch jung und fein, das Gesicht frisch, aber voller und härter, noch immer stolz, aber gröber und glanzlos. Ein Schimmer von der ehemaligen Schönheit und zarten Anmut war noch vorhanden, an den Schläfen und in den Bewegungen der Arme, ein leiser Schimmer — —
„Wie kommen Sie denn nach Ilgenberg?“
„Zu Fuß, gnädige Frau.“
„Haben Sie Geschäfte hier?“
„Nein, ich wollte nur die Stadt wieder einmal sehen.“