„Sie meinen Esajas Tegner?“

„Ja, richtig, Esajas. Nun?“

„Ist tot, Herr Abderegg, vollkommen tot.“

„Das glaub’ ich gerne! Gelebt hat der Mann schon zu meinen Zeiten nimmer, ich meine damals, als ich ihn las. Ich wollte fragen, ob er noch Mode ist.“

„Ich bedaure, über Mode und Moden bin ich nicht unterrichtet. Was die wissenschaftlich-ästhetische Wertung betrifft —“

„Nun ja, das meinte ich. Also die Wissenschaft — —?“

„Die Literaturgeschichte verzeichnet jenen Tegner lediglich noch als Namen. Er war, wie Sie sehr richtig sagten, eine Mode. Damit ist ja alles gesagt. Das Echte, Gute ist nie Mode gewesen, aber es lebt. Und Tegner ist, wie ich sagte, tot. Er existiert für uns nicht mehr. Er scheint uns unecht, geschraubt, süßlich . . . .“

Paul wandte sich heftig um.

„Das kann doch nicht sein, Herr Homburger!“

„Darf ich fragen, warum nicht?“