„Aber gnädiges Fräulein —“
Der Regen prasselte auf dem dünnen Dach und quoll in leidenschaftlichen Stößen aus den Mündungen der Traufen.
„Wissen Sie, Herr Kandidat, Sie haben da einen lieben Jungen zum Schüler. Es muß ein Vergnügen sein, so einen zu unterrichten.“
„Ist das Ihr Ernst?“
„Aber gewiß. Er ist doch ein prächtiger Junge. — Nicht, Berta?“
„O, ich weiß nicht, ich sah ihn ja kaum.“
„Gefällt er dir denn nicht?“
„Was stellt das Wandbild da eigentlich vor, Herr Kandidat? Es scheint eine Rivieravedute?“
Paul war nach zwei Stunden ganz durchnäßt und todmüde heimgekommen, hatte ein kaltes Bad genommen und sich umgekleidet. Dann wartete er, bis die drei ins Haus zurückkehrten, und als sie kamen und als Thusneldes Stimme im Gang laut wurde, schrak er zusammen und bekam Herzklopfen. Dennoch tat er gleich darauf etwas, wozu er sich selber noch einen Augenblick zuvor den Mut nicht zugetraut hätte.