Als das Fräulein allein die Treppe heraufstieg, lauerte er ihr auf und überraschte sie in der oberen Flur. Er trat auf sie zu und streckte ihr einen kleinen Rosenstrauß entgegen. Es waren wilde Heckenröschen, die er im Regen draußen abgeschnitten hatte.

„Ist das für mich?“ fragte Thusnelde.

„Ja, für Sie.“

„Womit hab’ ich denn das verdient? Ich fürchtete schon, Sie könnten mich gar nicht leiden.“

„O, Sie lachen mich ja nur aus.“

„Gewiß nicht, lieber Paul. Und ich danke schön für die Blumen. Wilde Rosen, nicht?“

„Hagrosen.“

„Ich will eine davon anstecken, nachher.“

Damit ging sie weiter nach ihrem Zimmer.

Am Abend blieb man diesmal in der Halle sitzen. Es hatte schön abgekühlt und draußen fielen noch die Tropfen von den blank gespülten Zweigen. Man hatte im Sinn gehabt zu musizieren, aber der Professor wollte lieber die paar Stunden noch mit Abderegg verplaudern. So saßen nun alle bequem plaudernd in dem großen Raum, die Herren rauchten und die jungen Leute hatten Limonadebecher vor sich stehen.