Er ging voran und ich fand ihn verändert, er war zerstreut und gleichgültig, sprach nur vom Theater und schien kein andres Gespräch zu wünschen. Erst nach Tische, als wir schweigsam und beinahe verlegen in den gelben Rohrsesseln einander gegenüber saßen, fing er unerwartet an: »Das ist schön von dir, daß du gekommen bist! Ich will mich auch heut abend extra anstrengen.«
»Danke,« sagte ich. »Du siehst nicht gut aus.«
»Meinst du? Nun, wir wollen schon vergnügt sein. Ich bin ja Strohwitwer, weißt du.«
»Ja.«
Er blickte zur Seite.
»Du weißt nichts von Gertrud?«
»Nichts besonderes. Sie ist eben immer noch nervös und schläft nicht gut –«
»Ja, lassen wir's! Sie ist ja bei euch in guten Händen.«
Er stand auf und ging durchs Zimmer. Es schien, als ob er noch etwas sagen wolle, er sah mich prüfend und, wie es mir vorkam, mißtrauisch an.
Dann lachte er und ließ es ungesagt.