„Nein. Schlafen!“ Der Dichter wendete sich um und blickte Abern in das breite, etwas angetrunkene Gesicht. „Du, Aber! Möchtest du jetzt nicht auch ‚Pfui Teufel‘ zu allem sagen?“

„Hilft nichts. Lieber gehen wir in den Schwarzwälder.“

„Was dasselbe ist. Meinetwegen.“

Sie betraten das Lokal und ließen sich Gilka geben. Aber wurde allmählich von der traurigen Laune seines Begleiters angesteckt. Trüb und unzufrieden blickten sie mit toten Augen über die Zigarren weg in den Raum. Drei späte Bummler würfelten an einem Kaffeetischchen, am Büffet schlief die Kellnerin, eine einsame Winterfliege kroch am Gasrohr und schien jeden Augenblick in die Flamme fallen zu müssen, an den Fensterladen hörte man den Regen tropfen.

„Nicht sentimental werden!“ sagte Aber nach einer Stunde. Er stürzte sein Gläschen Gilka hinunter; beide verließen den öden Saal und stiegen die steile Judengasse hinab. Im Vorbeigehen hörten sie den Knecht im Walfisch die Türen schließen. Am Ende der Schmiedthorgasse, bei der alten Ammerbrücke, hielten sie einen Augenblick an.

„Gehen wir links!“ gähnte Aber.

„Es ist näher über die Brücke,“ meinte Lauscher heiser; sie gingen hinüber.

Jenseits der Brücke lag auf den Stufen zur Ammer köpflings gestürzt ein Mensch.

„Holla,“ rief Aber lachend, „der hat einen guten Schlaf.“

„Jedenfalls einer vom heiligen Verein,“ sagte Lauscher und trat näher. „Er wird sich morgen über seinen Heiligenschein wundern.“