Nun eilte er mit Ludwig Ugel hinweg. Sie suchten vor allem die schöne Kunst- und Handelsgärtnerei beim Friedhofe auf und wüteten mit der Schere ohne Schonung in des Gärtners Rosenzucht. Besonders Lauscher war nicht zu halten. „Ich muß einen großen Korb voll Weiße haben,“ rief er wiederholt, wandte alle Zweige um und hieb die Lieblingsrosen der schönen Lulu zu Dutzenden ab. Dann bezahlte er den Gärtner, hieß ihn die Rosen auf den Abend in die Krone bringen und bummelte mit Ugel weiter durch die Stadt. Wo etwas Buntes in den Schaufenstern hing, da brachen sie ein; Fächer, Tücher, Seidenbänder, Papierlaternen wurden zusammengekauft, am Ende auch noch ein starker Posten Kleinfeuerwerk, so daß in der Krone die schöne Lulu mit Inempfangnehmen und Unterbringen alle Hände voll zu tun hatte. Dabei half ihr, ohne daß jemand darum wußte, der gute Drehdichum bis zum Abend.

VIII.

Lulu war schön und fröhlich wie noch nie. Lauscher und Ugel hatten ihr Abendessen beendet; die Freunde kamen nacheinander im Gasthause an. Als alle beisammen waren, begab man sich unter dem Vortritt Lauschers, der die schöne Lulu zierlich am Arme führte, in die große Hinterstube. Hier waren alle Wände mit Tüchern, Bändern und Girlanden behängt, eine Menge farbiger Laternen war an der Decke in Figuren gereiht und angezündet, der große Tisch weiß gedeckt, mit Champagnerkelchen besetzt und mit frischen Rosen überstreut. Der Dichter überreichte seiner Dame die Lilie des Philosophen, steckte ihr eine halbgeöffnete Teerose ins Haar und führte sie an den Ehrenplatz. Alle setzten sich froh und lärmend; ein im Chor gesungenes Lied eröffnete den Abend. Nun sprangen die Stöpsel von den Flaschen, überschäumend floß der helle, edle Wein in die zarten Gläser, wozu Erich Tänzer die Champagnerrede hielt. Witz und Gelächter löste sich ab, mit Tosen wurde der nachträglich angekommene Drehdichum empfangen, Ugel und Lauscher trugen jeder ein paar lachende Verse vor. Dann sang die schöne Lulu ein Lied, das hieß:

Ein König lag in Banden

Und tief in Dunkelheit —

Nun ist er auferstanden

Und heißet Ohneleid.

Nun glänzen bunte Lichter

Und Lieder blank ins Land,