»Ach was!« rief sie lachend und lief sogleich wieder davon.
»Ihr habet keine?« fragte Knulp, als sie draußen war.
»Nein, noch keine. Sie läßt sich Zeit, weißt du, und für die ersten Jahre ist es auch besser. Aber greif zu, gelt, und laß dir’s schmecken!«
Nun brachte die Frau den grau und blauen, steingutenen Mostkrug herein und stellte drei Gläser dazu auf, die sie alsbald vollschenkte. Sie machte es geschickt, Knulp sah ihr zu und lächelte.
»Zum Wohl, alter Freund!« rief der Meister und streckte Knulp sein Glas entgegen. Der war aber galant und rief: »Zuerst die Damen. Ihr wertes Wohl, Frau Meisterin! Prosit, Alter!«
Sie stießen an und tranken, und Rothfuß leuchtete vor Freude und blinzelte seiner Frau zu, ob sie auch bemerke, was sein Freund für fabelhafte Manieren habe.
Sie hatte es aber längst bemerkt.
»Siehst du,« sagte sie, »der Herr Knulp ist höflicher als du, der weiß, was der Brauch ist.«
»O bitte,« meinte der Gast, »das hält eben jeder so, wie er’s gelernt hat. Was Manieren betrifft, da könnten Sie mich leicht in Verlegenheit bringen, Frau Meisterin. Und wie schön Sie serviert haben, wie im feinsten Hotel!«
»Ja gelt,« lachte der Meister, »das hat sie aber auch gelernt.«