Der Schmied zog die Augenbrauen zusammen und tat noch ein paar Stöße mit der Feile, dann führte er Knulp ans Licht und sah ihn mit Aufmerksamkeit an.
»Ja, jetzt weiß ich,« lachte er kurz. »Du bist also der Knulp. Man wird halt älter, wenn man sich so lang nicht sieht. Was willst du in Bulach? Auf einen Zehner und auf ein Glas Most soll’s mir nicht ankommen.«
»Das ist recht von dir, Schmied, und ich nehm’s für genossen an. Aber ich will was anderes. Du könntest mir dein Rasiermesser für eine Viertelstunde leihen, ich will heut abend zum Tanzen gehen.«
Der Meister drohte ihm mit dem Zeigefinger.
»Du bist doch ein Lugenbeutel, ein alter. Ich meine, mit dem Tanzen wirst du’s nimmer wichtig haben, so wie du aussiehst.«
Knulp kicherte vergnügt.
»Du merkst doch alles! Schad, daß du kein Amtmann geworden bist. Ja, ich muß also morgen ins Spital, der Machold schickt mich hin, und da wirst du begreifen, daß ich nicht so wie ein Zottelbär antreten mag. Gib mir das Messer, in einer halben Stunde hast du’s wieder.«
»So? Und wo willst du denn hin damit?«
»Zum Doktor hinüber, ich schlafe bei ihm. Gelt, du gibst mir’s?«
Das schien dem Schmied nicht sehr glaubwürdig.