Er blieb mißtrauisch.
»Ich geb dir’s schon. Aber weißt du, es ist kein so gewöhnliches Messer, es ist eine echte Solinger Hohlklinge. Die möcht ich gern wiedersehen.«
»Ja, schon. Du hast da einen guten Rock an, Freundlein. Den brauchst du zum Rasieren nicht. Ich will dir was sagen: Zieh ihn aus und laß ihn da, und wenn du mit dem Messer wiederkommst, kriegst du auch den Rock wieder.«
Der Landstreicher verzog das Gesicht.
»Also gut. Extra nobel bist du nicht, Schmied. Aber es soll meinetwegen gelten.«
Nun holte der Schmied das Messer, Knulp gab den Rock zum Pfande, duldete aber nicht, daß der rußige Schmied ihn anfasse. Und nach einer halben Stunde kam er wieder und gab das Solinger Messer zurück, und sein struppiges Kinnbärtchen war weg, er sah ganz anders aus.
»Jetzt noch ein Nägelein hinters Ohr, dann kannst du weiben gehen,« sagte der Schmied voll Anerkennung.
Aber Knulp war nicht mehr zu Scherzen gelaunt, er zog seinen Rock wieder an, sagte kurzen Dank und ging davon.
Auf dem Heimweg traf er vor dem Hause den Doktor, der ihn verwundert anhielt.